gezüchtet von: Günther EIGNER, Helga FICHTNER, Johann KRIZ, Manfred NOWAK, Maria PETUTSCHNIG, Rudolf THURNER, Lothar WAGNER, Sabine WEISSHÄUPL, Robert WIESELTHALER, Günther ZITZMANN
Zuchtbericht von: Günther EIGNER

Pelvicachromis pulcher – der Purpurprachtbuntbarsch oder auch Königsbarsch genannt – ist einer jener Pfleglinge, der nicht nur durch sein schönes Aussehen, sondern auch durch sein interessantes Verhalten zu einem der Lieblinge der Aquarianer zählt. Da es sich zusätzlich auch noch um eine relativ friedliche und verträgliche Art handelt, ist er schon über Jahre hinweg immer wieder in verschiedenen Aquarien zu finden.
Pelvicachromis pulcher stammt ursprünglich aus Westafrika, und zwar aus dem südlichen Nigeria, dem östlichen Benin und dem westlichen Kamerun. Er lebt dort in Tümpeln und langsam fließenden Gewässern. Je nach Fundort sind verschiedene Unterarten bekannt geworden, die zu ihren Namen noch den jeweiligen Zusatz – wie zB „Ndonga“ – tragen. Diese Unterarten unterscheiden sich aber hauptsächlich durch die Intensität ihrer Färbung, so dass die gelbliche oder rötliche Farbtöne mehr oder weniger intensiv vorhanden ist. Auch die Anzahl der Punkte in der Schwanzflosse variiert. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass eine große Vielzahl dieser Unterarten durch gezielte oder auch zufällige Zuchten Zustande gekommen sind. Näher möchte ich aber auf diese Unterarten nicht eingehen, da es in der Pflege ohnehin nahezu keine Unterschiede gibt.
Pelvicachromis pulcher wird bis ca 10 cm groß, wobei die Männchen meist die größeren Tiere sind. Die Geschlechter lassen sich relativ leicht unterscheiden, da beim Männchen die Rücken- und Afterflossen länger ausgezogen sind als beim Weibchen. Die Weibchen wirken in ihrem Erscheinungsbild überhaupt ein wenig „plumper“, sind dafür aber meist farbenprächtiger.
Die Haltung in einem Gesellschaftsbecken ist sehr gut möglich, jedoch sollte ein entsprechend großes Aquarium geboten werden. Eine Kantenlänge von etwa 80 cm würde ich als unterste Grenze vorschlagen, obwohl auch hier der Grundsatz „Je größer desto besser“ gilt.
Bei der Einrichtung sollte eine gute Bepflanzung und vor allem auch Höhlen und Unterstände aus Wurzeln, Steinen oder ähnlichem erwähnt werden. An die Wasserbeschaffenheit stellt Pelvicachromis pulcher nicht viele Ansprüche, zumal die meisten heute erhältlichen Tiere bereits Nachzuchten aus heimischen Aquarien sind. Eine Temperatur von etwa 24 – 25 ° Celsius sollte aber schon geboten werden. Kann man noch Wasser mit einer mittelharten Gesamthärte – also etwa 8 – 12 ° - und einem pH Wert von ca 6,5 bieten, so fühlt sich dieser Fisch bestimmt sehr wohl.
Zur Zucht setze ich ein Päarchen in ein Aquarium. Neben der erwähnten Einrichtung biete ich den Fischen noch eine halbe Kokosnussschale und einen umgedrehten Blumentopf an. Beides wird sehr gerne als Höhle für das Ablaichen angenommen.
Bereits nach wenigen Tagen beginnt das Balzspiel dieser Tiere, welches ich als wirklich interessant empfinde. Zum Einen bekommen die Fische eine sehr intensive Färbung und wenn sie dann auch noch vor einer Höhle oder einem sonstigen Unterstand zu "Zittern" beginnen – dann steht einer erfolgreichen Paarung nichts mehr im Wege.
Der Eingang der von mir gebotenen Ablaichhöhle wird mit Sand verbaut und das Weibchen beginnt mit der Innenreinigung. Die eigentliche Paarung findet in der Höhle statt, sodass sie nicht zu beobachten ist.
In den ersten Tagen bewacht und pflegt das Weibchen die Brut, während das Männchen die Verteidigung der Umgebung des Laichplatzes übernimmt. Bei dieser Verteidigung werden selbst größere Feinde – wie etwa auch die Hand des Pflegers – attackiert. Sollten dennoch zu große Störungen des ausgewählten Laichplatzes auftreten, so wird die Brut kurzerhand umgebettet.
Die Größe der Brut kann durchaus 200 bis 300 Eier umfassen, obwohl es in unseren Aquarien meist erheblich weniger sind. Eine Nachzucht mit etwa 100 Jungtieren darf wirklich schon als gelungen betrachtet werden. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa drei Tagen.
Sobald die Jungen ihren Dottersack aufgezerrt haben, beginnen sie etwa 6 Tage nach ihrem Schlupf frei zu schwimmen und gemeinsam mit den Elterntieren ihre Höhle zu verlassen. Zu Beginn bleiben sie noch in einer dichten Traube nahe den Erwachsenen, doch von Tag zu Tag wird dieser Schwarm lockerer und die Jungen sind ständig auf der Suche nach etwas Fressbaren. Die Elterntiere sollten solange beim Nachwuchs belassen werden, bis diese wieder ein neues Gelege vorbereiten. Entfernt man die Jungen nämlich zu früh, so kann es leicht passieren, dass das Männchen wieder in Balzstimmung gerät und dabei seine Aggressionen an dem noch nicht bereiten Weibchen auslässt.
Zur Aufzucht der Jungtiere verwende ich zerriebenes Trockenfutter, Futtertabletten, Salinenkrebschen oder Mikrowürmer. Später kann dann auch größeres Futter wie zB diverse Futtersticks, Mückenlarven, etc gereicht werden.
Die Jungen wachsen relativ schnell heran und beginnen sich im selben Tempo auch zu färben – und mal ehrlich – so eine Gruppe von Teenagern ist doch ein herrlicher Anblick.