gezüchtet von: Günther EIGNER, Engelbert FISCHER, Karl GLOTZMANN, Martin NUSSGRUBER, Maria PETUTSCHNIG
Zuchtbericht von: Günther EIGNER

Der
Schneckenbuntbarsch Neolamprologus multifasciatus ist ein sehr interessanter
Pflegling. Er stammt aus dem Tanganjikasee, wo er endemisch lebt. Neolamprologus
multifasciatus bewohnt dort leere Schneckenhäuser am Bodengrund, die ihm sowohl
als Versteckmöglichkeit dienen, aber auch als Laichhöhlen genutzt werden. Der
Name multifasciatus – also Vielstreifen – verwundert beim Anblick dieser
Tiere nicht.
Die
Geschlechter dieser Fische lassen sich im juvelinen Stadium – also im
Jugendstadium - fast nicht bis gar nicht unterscheiden. Erst bei adulten –
also erwachsenen Tieren, werden optische Unterschiede sichtbar. Die Männchen
werden etwas größer und sind zudem noch dunkler gefärbt als die Weibchen.
Eine
Haltung von Neolamprologus multifasciatus in einem Gesellschaftsbecken ist
meiner Meinung nach möglich, jedenfalls hatte ich bei einer Vergesellschaftung
mit anderen Arten, wie zB Betta splendens, Limia melanogaster, verschiedenen
Welsen und Panzerwelsen bislang keinerlei Probleme. Auch ist diese Art für eine
Haltung in kleineren Aquarien ab etwa 60 bis 80 Litern Inhalt geeignet. Das
Wasser sollte mittelhart bis hart sein, also etwa 15 bis 25 deutsche Härtegrade.
Hinsichtlich des pH Wertes und der Temperatur stellt diese Art keine besonderen
Ansprüche. In meinen Aquarien stellten sich zB bei einem pH Wert von ca 7,2 und
einer Temperatur von etwa 22 bis 23 Grad Nachzuchten ein.
Ein
wichtiger Punkt bei der Pflege dieser Fische ist die Einrichtung. Wie der Name
schon sagt, werden leere Schneckenhäuser benötigt. Sehr gut geeignet sind die
Häuser der Weinbergschnecke, die von der Größe her jenen im Tanganjikasee ähnlich
sind. Bei einem Spaziergang mit offenen Augen lassen sich sicherlich genug davon
finden. Bei der Bepflanzung sollte nur darauf geachtet werden, dass diese Fische
sehr gerne den Bodengrund vor allem im Bereich der Schneckenhäuser umgraben.
Zur
Zucht setze ich ein Pärchen in ein Aquarium mit Schneckenhäusern. Vom Weibchen
wird der Sand rund um die Schneckenhäuser mit dem Maul aufgenommen und etwas
entfernt wieder ausgespuckt, sodaß eine schöne Grube entsteht. Schon nach
wenigen Tagen zeigt sich das Aquarium stark verändert. Während sich das
Weibchen also sehr fleißig um diese Grabarbeiten kümmert, hält sich das Männchen
in der näheren Umgebung auf und trägt eigentlich nichts zur Wohnraumgestaltung
bei. Dabei werden vom Weibchen enorme Sandbewegungen durchgeführt.
Gelaicht
wird in den leeren Schneckenhäusern. Beide Tiere verschwinden in diesen und
somit ist dieser Laichakt auch nicht zu beobachten. Man weiß eigentlich erst,
dass er stattgefunden hat, wenn die ersten Jungtiere zu sehen sind. Sie sind
aber aufgrund ihrer Färbung nur sehr schwer zu erkennen. Außerdem verschwinden
sie sofort in ein Schneckenhaus, wenn man sich dem Aquarium nähert. Deshalb ist
hier Geduld gefragt. Die Jungen halten sich in der ersten Zeit nur im Bereich
der Schneckenhäuser auf. Mit zunehmenden Alter entfernen sie sich bei ihren
Streifzügen aber immer weiter von den Schneckenhäusern.
Sehr
Interessant finde ich, dass stets Jungtiere verschiedener Altersstufen zu sehen
sind. Die Elterntiere stellen ihren Jungen nicht nach. Die einzelnen Bruten sind
zwar nicht sehr produktiv, dafür aber sehr häufig.
Zur
Aufzucht der Jungen verwende ich neben zerriebenen Trockenfutter sehr gerne auch
Mikrowürmer. Diese Würmer sind einfach zu halten und passen auch gut in die
kleinen Mäuler.
Wenn
sich in meinen Zuchtaquarien genug Jungtiere eingestellt haben, fange ich sie
zur separaten Aufzucht heraus. Mit einem normalen Kescher sind weder die Jung-
noch die Alttiere fast nicht zu fangen. Am besten funktioniert es mit den
Schneckenhäusern, denn bei herannahender Gefahr verstecken sich die Tiere in
diesen und können problemlos samt dem Schneckenhaus aus dem Aquarium entnommen
werden.
Zusammenfassend
kann ich doch sagen, dass es sich um eine sehr interessante und hübsche Art
handelt. Das Beobachten ihres Verhaltens sorgt doch immer für viel Freude.
Zuchtbericht von: Engelbert FISCHER

Vorkommen: Afrika - Tanganjikasee
Der Schneckenbuntbarsch ist in Afrika im Tanganjikasee beheimatet und zwar in der Niamkolo - Bay. Sicher wegen dem sandigen Boden und leeren Schneckenhäuser der Neothaumaschnecke, auf die er angewiesen ist. In ca 10 m Tiefe leben diese Tiere in Kolonien. Viele Barsche aber noch mehr Schneckenhäuser befinden sich auf relativ engem Raum. Die Schneckenhäuser dienen diesen Fischen als Versteck und Wohnhöhlen. Die meiste Zeit wird in oder in unmittelbarer Nähe dieser Behausung verbracht. Auch die Fortpflanzung und das Ablaichen findet dort statt. Jedes Paar bildet ein Revier, daß gegen andere Fische energisch verteidigt wird. Oft werden dabei mehrere Schneckenhäuser beansprucht.
Den Unterschied der Geschlechter erkennt man im Erwachsenenalter, erst da sieht man, daß das Männchen bei ca 4,5 - 5 cm um ungefähr 1 cm größer als das Weibchen ist. Hübsche kleine Fischa also, die durch ihre engen Querstreifen auffallen. Das Männchen besitzt einen rötlichen Streifen am oberen Saum der langen Rückenflosse. Schon in einem 40 Liter Becken kann man ein Pärchen pflegen, das sicher bald ablaicht. Sie bevorzugen eine Wasserhärte von ca 10 - 15 und einen pH Wert von 7 - 8. Bei einer Temperatur von 22 - 26° C fühlen sie sich wohl.
Auch im Aquarium lieben sie feinen Sand, ca 2 - 3 cm hoch und einige Schneckenhäuser. Da diese Barsche besonders eifrige Buddelmeister sind, sollte man ihnen einige Schneckenhäuser mehr gönnen. Als Ersatz für die Neothamaschneckenhäuser aus ihrer Heimat biete man ihnen leere, saubere Häuser der Weinbergschnecke. Neuerdings gibt es am Tauschtag Gebilde aus gebranntem Ton, die sie auch annehmen.
Als Bepflanzung befestige man kleine Anubias auf Steinen oder Ästen und setze sie so ins Aquarium. Andere Pflanzen sind leider nicht möglich, da sie umgehend ausgegraben werden. Lediglich Schwimmpflanzen werden geduldet. Wenn man also in ein so eingerichtetes Becken die neuen Untermieter einsetzt, dauert es in der Regel nur einige Tage und die kleinen Buntbarsche haben sich eingerichtet, mit kleinen Sandburgen und richtiger Anordnung der Schneckenhäuser. Eines der angebotenen Schneckenhäuser wird von einem zuchtreifen Weibchen dann tief in den bodengrund eingegraben und eine Familie wird gegründet. Es dauert nicht lange und die ersten Jungen sind zu sehen.
Wenn alles ruhig ist, kommen sie erst zaghaft aus ihrem schützendem Versteck. Die Aufzucht ist nicht schwierig, da der Nachwuchs von Anfang an frischgeschlüpfte Artemia nimmt. Sie wachsen am Anfang langsam, werden aber in ca 6 Monaten erwachsene Buntbarsche. Die Tiere nehmen jedes Lebendfutter in der richtigen Größe und auch Trockenfutter. Tubifex füttere ich nie. Wenn dann noch auf den wichtigen regelmäßigen Wasserwechsel nicht vergessen wird, werden sie mit diesen Tieren lange Freude haben.