Nematobrycon palmeri (Kaisersalmler)

 

gezüchtet von: Wolfgang VOLLNHOFER

 

 

Zuchtbericht von: Wolfgang VOLLNHOFER

Der Kaisertetra (Nematobrycon palmeri) stammt aus Westkolumbien und lebt hauptsächlich im Stromsystem des Rio San Juan. Er erreicht eine Gesamtlänge von ca 5,5 cm, frißt lebendes und künstliches Futter, die Temperatur sollte bei 24-26° liegen.

Der Sexualdimorphismus ist leicht zu bestimmen: Beim Männchen ist die Rückenflosse länger und zugespitzt und die Bauchflosse größer, bei der Schwanzflosse sind die Randstrahlen des oberen und unteren Lappens und der mittlere Strahl zu einem Dreizack verlängert, das Weibchen ist kleiner und in der Bauchpartie fülliger, außerdem kann man den Unterschied schon im juvelinen Alter bei geeignetem Licht an den Augen erkennen: Beim Männchen ist die Iris blau und beim Weibchen grün.

Zur Zucht verwende ich ein 8-Liter Becken, daß gründlich gereinigt und mit einem Kuststofflaichrost versehen wird. Als Ausgangswasser nehme ich Quellwasser mit ca 1,5 dGH, daß ich mir aus dem Wechselgebiet besorge und mit meinem Leitungswasser im Verhältnis 1:1 mische, um so auf ca 6 dGH zu kommen. Da das ein von mir immer gleichbleibendes Mischverhältnis ist und immer bestens funktioniert, erspare ich mir und Ihnen die restlichen Wasserwerte. Die Temperatur wird auf 26° eingestellt, als Ablaichhilfe verwende ich ein Büschel Javamoos. Mit einem Tuch bedecke ich das Becken so, daß diffuses Licht erzeugt wird.

Ich setze ein Paar Kaisersalmler am Abend ein, worauf sie Tags darauf am Nachmittag mit größter Wahrscheinlichkeit Ablaichen. Im Zuchtbecken darf nicht gefüttert werden (Infusoriengefahr !).

Nach dem Entfernen der Elterntiere decke ich das Becken vollständig ab. Die Infusoriengefahr wird dadurch weiter reduziert. Die Inkubationsdauer beträgt ca 24 Stunden. Am fünften Tag nach dem Ablaichen wird das Becken halb abgedeckt und eine erste Bestandsaufnahme gemacht. Man sagt dem Kaisersalmler nach, daß er unproduktiv sei, was nur teilweise stimmt. Laut Literatur kann man mit ca 30 Jungen rechnen, wenn die Elterntiere in hartem Wasser aufgezogen worden sind, beim Aufziehen in weichem Wasser kommt mann schon auf etwa 60 - 90 Stück. Bei mir und meiner guten Fütterung (Lebendfutter) habe ich mit meinen Zuchtpaaren, die alle in harten Wasser aufgezogen worden sind, schon bis 120 Stück gezählt - und das alle 10 - 14 Tage !

Am sechsten Tag lasse ich volles Licht ins Becken und füttere zum ersten Male mit frisch geschlüpften, ca 16 Stunden alten Artemien. Zur Sicherheit gebe ich noch 3 Tage Pantoffeltierchen dazu, damit auch wirklich jeder seine passende Nahrung erhält. Bei täglicher Beckenreinigung und guter, mehrmaliger Fütterung, wachsen die Fische rasch heran und nach ca 4 Wochen sind sie ca 1 cm groß. Die schwarze Querbinde am Körper ist schon vollständig sichtbar.

Dann setze ich die Fische in ein 20-Liter Becken. Und jetzt, wo die Fische "übern Berg" sind, beginne ich bei jedem Wasserwechsel nur mehr Leitungswasser zuzumischen, um die Fische so an ihr späteres, hartes Wasser zu gewöhnen.

Trotz der "Wasserpanscherei" und der relativ geringen Ausbeute gehört der Kaisertetra zu den einfach zu züchtenden Salmlern. Er ist sicher einer der attraktivsten und langlebigsten seiner Gattung und jeder, der sich mit Salmlern beschäftigt, sollte ihn unbedingt in seine "Zuchtliste" aufnehmen.