gezüchtet von: Helga FICHTNER, Erich HOLUB, Johann KRIZ, Fam SPITZER, Rudolf THURNER
Zuchtbericht von: Helga FICHTNER

Dies war die zweite Art Killifische, die ich in meinen Aquarien pflege. Mit dieser Art hatte ich von Anfang an nicht wirklich Probleme in Haltung, Pflege und Zucht. Sie sind sehr tolerant gegenüber Wasserwerten – wobei wir in Wien ja sehr gutes Ausgangswasser zur Verfügung haben! Die Fische nehmen bereitwillig jedes Futter an, von Frostfutter, Trockenfutter und natürlich sind sie von Lebendfutter am meisten begeistert.
Meine „Erstlinge“ vor jetzt 2,5 Jahren war ein Trio – sprich ein Männchen und zwei Weibchen – die ich ebenfalls auf einer Börse von einem privaten Züchter erworben habe. Ich habe sie in ein Becken der Größe 30x30x20 cm gesetzt, dicht bepflanzt mit Javamoos, Hornkraut und Riccia fluitans an der Oberfläche schwimmend. Es hat nicht lange gedauert und die ersten Jungfische kamen aus dem Riccia-Polster raus bei der Fütterung.
Dies ist eine Killifisch-Art, die wirklich problemlos zu halten, pflegen und vermehren ist, empfehlenswert auch für Anfänger. Einzig bei der Vergesellschaftung sollte man vorsichtig sein, die Männchen sind schon recht ruppig und das nicht nur zu den eigenen Weibchen, sondern auch zu Mitbewohnern im Becken.
Ich halte die Art noch immer in dem angeführten Becken von 18 Litern Inhalt. Die ersten Tiere sind mittlerweile an Altersschwäche gestorben. Doch es gibt immer wieder Jungfische, die hochkommen und somit ist der Bestand in meinen Aquarien gesichert, wobei ich auch hin und wieder welche von den Jungfischen abzugeben habe.
Zuchtbericht von: Rudolf THURNER

Nigeria Prachtkärpflinge sind durchaus geeignet für ein normales Schauaquarium, das mit nicht all zu großen Fischen besetzt ist. In einem 100 l Becken kann man ohne weiteres 3 - 4 Paare dieser schönen Fische halten. Nach kurzer Zeit werden sich die Aggressionen gleichmäßig verteilen und eine gewisse Rangordnung wird sich einstellen. Es wird kaum noch zu Kämpfen kommen und die unterlegenen Tiere werden das Flossenspreizen des "Paschas" akzeptieren. Aphyosemion gardneri wird etwa 6 cm lang, wobei die unscheinbar braun gefärbten Weibchen meist etwas kleiner bleiben.
Bei der Zucht muß man besonders darauf achten, die verschiedenen Weibchen (sollten solche vorhanden sein) nicht zu verwechseln, da sonst eine Reinerblichkeit nicht mehr gewährleistet wäre. Leider sind diese herrlichen Tiere etwas kurzlebig, doch bei guter Pflege erreichen sie doch ein Alter von ca 3 Jahren.
Doch nun einige Worte zur Zucht. Ich setze meine Tiere meistens im Trio an, daß heißt ein Männchen und zwei Weibchen in ein kleines Zuchtbecken mit 15 - 20 l Inhalt. Auf dem Boden des Beckens gebe ich immer etwas Torfgespinst und darüber wird sehr viel Javamoos eingebracht. Ich verwende mittelhartes, leicht saures Wasser - 10 - 12° dH. Ich erreiche dies durch Torfzugabe, doch auch neutrales bis leicht alkalisches Wasser würde zur Zucht geeignet sein. In der Regel laichen die Fische im Javamoos ab und nach einer Woche entferne ich die Elterntiere aus diesem Aquarium. Nach ca 3 Wochen, bei einer Temperatur von 24° C, schlüpfen die Jungtiere, sie können sofort mit Artemianauplien, fein gesiebten Tümpelfutter oder Mikrowürmchen gefüttert werden. Bei zunehmender Körpergröße erhöht man dann die Futtergröße.
Eine weitere Nachzuchtmethode ist das Ablaichen im Torf. Dies ausprobierte ich aber noch nie. Soweit ich weiß, stellt man eine Schale mit ausgekochtem Torf in das Zuchtbecken. Eine Woche lässt man den Elterntieren Zeit, ihre Eier im Torf abzulegen um dann den Torf herauszunehmen und auszudrücken, bis er "tabakfeucht" ist. Dieser Torf wird nun vier Wochen lang halbfeucht aufbewahrt, danach wird dieser Torf samt den Eiern in einem Aufzuchtbecken mit Aquariumwasser aufgegossen. Innerhalb von drei Tagen sollten die Jungfische schlüpfen und nach guter Fütterung nach rund sieben Monaten wieder geschlechtsreif sein.