Aplocheilus lineatus (Streifenhechtling, Piku)

 

gezüchtet von: Helga FICHTNER, Engelbert FISCHER, Karl GLOTZMANN

 

Zuchtbericht von: Helga FICHTNER 

Die Streifenhechtlinge waren die erste Killifisch-Art in meinen Aquarien. Ich habe insgesamt 10 Tiere bei einem Tauschtag in Leobersdorf von einem privaten Züchter erworben. Die Fische kamen in ein 80er Becken in meiner Zuchtanlage. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit zeigten sie ihre schöne Färbung.

Dieser Art eilt der Ruf voraus, daß sie ziemliche Räuber sind und alles, was ins Maul paßt fressen und sehr aggressiv untereinander sind.

Räuberisch sind sie, das kann ich bestätigen. Im gleichen Becken schwammen nämlich meine ersten X. montezumae und die wurden weniger. Ich hab dann mal zufällig gesehen, daß die A. lineatus dafür verantwortlich waren. Einem Männchen ragte noch das Schwert des verspeisten X. montezumae aus dem Maul. Ich habe natürlich sofort eine Rettungsaktion für die montezumaes gestartet und diese aus dem Becken geholt und in ein eigenes Becken gesetzt.

Daß sie untereinander aggressiv sind, kann ich nicht so ohne weiteres bestätigen. Der Grund für diese Aussage wird wohl daran liegen, daß meist zuwenige Tiere gemeinsam gehalten werden. Bei einem Schwarm von mind. 10 Tieren geht die Aggressionslust dieser Tiere wohl verloren.

Um einen Zuchtversuch zu machen, habe ich ein Büschel Javamoos an einem Stein in etwa die mittlere Wasserregion eingebracht. Nach einigen Tagen hab ich dieses Javamoos einmal rausgenommen, um nachzusehen, ob vielleicht ein paar Laichkörner darin zu finden sind! Welche Freude, es waren recht viele Laichkörner, die ich absammelte und in einem Teil des Javamooses trocken legen konnte.

Das Javamoos mit den Eiern habe ich dann in einen relativ dicht schließenden Tupperware-Behälter gelegt und oben auf meinem Zuchtschrank deponiert. Diese Vorgangsweise zur Trockenlegung des Laichs empfiehlt sich besonders bei den A. lineatus. Die Jungfische schlüpfen dann beim Aufgießen alle gleichzeitig und sind ziemlich gleich groß. Dies mache ich deshalb so, weil auch schon die Jungfische sehr räuberisch sind und ihre kleineren Geschwister fressen würden.

Nach ca. 3 Wochen Lagerung habe ich dann das Javamoos mit den Eiern aus dem Behälter geholt, in eine Schale – Glasschüssel – mit ca. 2-3 Litern Fassungsvermögen gegeben und mit Wasser aus dem Haltungsbecken der Eltern aufgegossen, welches ich jedoch vorher noch etwas gekühlt habe – funktioniert ganz gut mit einem Eisbeutel! Nach ca. 2-3 Stunden beginnen die Jungfische zu schlüpfen. Bei den A. lineatus dauert der Schlupf ca. 1 Tag. Die Jungfische wurden gleich mit feinem Futter angefüttert. In dieser Schüssel – mit Ausströmerstein belüftet – blieben sie für ca. 1 Woche, bis ich sie in ein Becken mit ca. 12 Litern Inhalt und einem Schwammfilter ausgestattet, umgesetzt habe.

Die Jungfische sind relativ schnellwüchsig und wachsen zügig heran. Mit etwa 5-6 Monaten haben sie die Größe der Erwachsenen! Sie können bei guter Haltung und Pflege ein Alter von 2-3 Jahren erreichen. Meine Elterntiere sind – 3 leben noch! – mittlerweile 3,5 Jahre alt! Das Sterben hat mit einem Alter von 3 Jahren begonnen! Sie sehen nun, daß das Argument, warum Killifische in Zoohandlungen nicht verkauft werden, haltlos ist und zu unrecht besteht! Einzig bei den bodenlaichenden Arten gibt es welche, die wirklich nur 7-9 Monate alt werden. Hiezu zählen aber nicht A. lineatus!